Saturday, September 30, 2006

Kleine Bemerkung am Rande: Als wir für die Party das Fleisch einkaufen waren bin ich zum ersten mal auf amerikanischem Boden mit dem bald mir gehörenden Auto gefahren. Aber nicht die teilweise anderen Verkehrsregeln wie zum Beispiel die "Vier Stoppschilder an einer Kreuzung, wer zu erst kommt fährt auch zu erst"-Regel sondern vor allem die blöde automatik Gangschaltung hat mich ganz schön Nerven gekostet. Mein linker Fuß hat ständig versucht zu bremsen, um auch was zu tun zu haben und als es am Ende zum Einparken in die Einfahrt ging hab ich ne satte Vollbremsung hingelegt. Irgendwann wollte mein Fuß halt schon auch mal runter schalten.

Übrigens, Jim lernt jetzt Deutsch und Physik. Dieses Semester hat er im College diese beiden Fächer belegt. Find ich klasse! Wenn das mal nix mit Martin und mir zu tun hat.
Das waren wieder ereignisreiche Tage. Und jetzt erst komme ich dazu wieder einmal was zu schreiben.

Donnerstag waren wir mit der Arbeitsgruppe mittags thailändisch Essen, natürlich auf Kosten von IBM, um Martins Abschied zu feiern. Dabei konnte man - noch viel mehr als sonst - feststellen, wie locker und entspannt die Athmosphäre zwischen den Leuten ist. Die sind sich ständig gegenseitig am frotzeln und es wurde unheimlich viel gelacht und - was ich am erstaunlichsten fand - so gut wie gar nicht über Physik geredet.

Freitag war dann die große Abeschiedsparty bei Martin zu Hause, mit allen Kollegen, Leuten von IBM aus anderen Gruppen und Freunden, die er in den eineinhalb Jahren hier kennen gelernt hat. Dafür haben Jim und ich etwa 10 Tonnen Fleisch eingekauft, sprich wir werden mindestens die ganze Woche noch davon essen, aber es war schon ne extrem coole Stimmung, mit beleuchtetem Pool, frisch geputzer Wohnung!, wärmendem Grill, guter Musik, und den "winning germans" am Kicker.

Bilder habe ich leider keine, weil die Batterieen meiner Kamera leer sind und ich mich nicht traue die aufzuladen.

Thursday, September 28, 2006

Gestern Abend waren Matthias und ich bei Simone (meiner direkten Betreuerin hier) zum Essen eingeladen. Super cooles Haus. Total schön eingerichtet, an den Wänden hängen Bilder von ihr und überall stehen irgendwelche kleinen Sachen rum, die sie und ihr man von ihren Reisen mitgenommen haben. So kam ich mir auch ein wenig verloren vor, als sich die Unterhaltung dann um das Thema drehte, welche Stadt in Asien die schönste ist und wer mit dem Flugzeug schon die Weltumrundet hat. Aber es war auch schon cool zu sehen, wie sehr man als Wissenschaftler schon rumkommen kann. Später ist das Thema dann irgendwie auf Musik gekommen ;), da konnte ich dann auch wieder mehr zum Gespräch beitragen.

PS: Mein Laptop ist eben in North Carolina abgeschickt worden...
Nach etwas mehr als zwei Wochen muss ich jetzt auch mal was negatives schreiben. Während der vergangenen Wochen habe ich immer wieder heraus hören können, wie begeistert die Leute hier von Martin sind. Gerade jetzt weil es Martins letzte Woche ist, und weil Matthias gerade hier ist, geraten die Leute aber in's schwärmen, wie herausragend das ist, was er hier geleistet hat. Und ich muss sagen das ist nicht gerade einfach, so desillusioniert zu werden, wie wenig ich in der Diplomarbeit geschafft habe, und wie hoch die Messlatte hier jetzt liegt.

Tuesday, September 26, 2006

Als wir heute morgen zur Arbeit gefahren sind, lag der Berg auf dem das Forschungszentrum steht zum ersten mal im Nebel. Sah sehr stimmungsvoll aus. Von hier oben kann man jetzt auch sehen, wie die Sonne langsam den Nebel wegbrät und wie er sich im Sillicon Valley noch hält.
Am Wochenende habe ich zum ersten mal den Pool ausgiebig getestet. Das Wasser war tierisch kalt, aber ich hab mir sagen lassen, dass man auch irgendwie heizen kann, d.h. selbst im Winter ist draußen Wirlpoolen drin.

Sonntag habe ich dann Jessi kennen gelernt, er hatte hier mal übergangsweise ne Weile gewohnt und wird im Oktober hier einziehen, da sein Mitbewohner der Wohnung in die er eigentlich einzieh'n wollte gebeichtet hat, dass er ab und zu im Wohnzimmer Pornos dreht. Jessi ist übrigens Spieletester bei EA.

Meinen Laptop habe ich mir übrigens jetzt auch endlich bestellt, d.h. bald kann ich dann was öfter Posten, weil ich das nicht immer auf der Arbeit machen muss.

Wednesday, September 20, 2006

Seit Montag begleite ich nun auf der Arbeit Martin auf Schritt und tritt. D.h. im Grunde stehe ich neben ihm und stelle ihm Fragen. Er macht mehr oder weniger seine Messungen und weißt mich dabei ein in den Messplatz und die Technik, die damit zusammenhängt.
Wenn ich mir anschaue, was mit dem Messplatz alles möglich ist, kann ich immer wieder nur staunen und mich darüber freuen mit diesem bald selbst zu arbeiten. Dabei sieht man alle Nase lang, wieviel besser man es hier hat im Gegensatz zu Aachen.
Vorgestern haben wir einen heizbaren Probenhalter in Betrieb genommen, mit dem man nun Messungen in Abhängigkeit von der Temperatur machen kann. Mike, ein Physiker, der sich haupsächlich mit dem Bau von Experimenten beschäftigt, meinte dazu:
Oh, that's amazing! Maybe it's useful for something!

Hier jetzt mal ein paar Impressionen vom Research Center:

Blick auf den Außenbereich der Caféteria. Man beachte das Erdhörnchen, die man beim Essen wunderbar beobachten kann.

Aber drinnen ist die Mensa auch ganz ansehnlich. Die Ledersitze sind vielleicht ein bisschen weich aber sonst ganz angenehm. Das Essen ist auch Lecker allerdings bezahlt man im Schnitt etwa 6$.

Das hier ist zur Zeit mein Arbeitsplatz. Man beachte das krasse Telefon. Die gewiefte Telefonanlage erlaubt es seine Nummer auf jedes Telefon im Haus zu legen, sodass man auch im Labor erreichbar ist. Durch personalisierte Klingeltöne erkennt man dann im Labor für wen es ist.

So sieht hier ein Besprechungsraum aus. Als Zeigestock wird mal flott ne Stange von der Jalousie abmontiert. Tja, es wird gespart wo's nur geht.

Und zuletzt ein Blick durch den Hauptflur und in einen der zwischen zwei Flügeln liegenden Hof.

Ich bin fast die ganze Zeit am frieren, da die Klimaanlage das ganze Gebäude auf für meinen Geschmack zu kalter Temperatur hält. Im Sommer werde ich sicherlich dankbar sein, im Moment bin ich aber froh mich in der Mittagspause beim Essen wieder aufwärmen zu können.

Dienstag war ich Fußball spielen mit den ein paar Leuten von IBM und Leuten von was weiß ich woher. Der Rasen war recht holprig, aber die Spielkultur besser als ihr Ruf. Unsere Abwehr war fast 200 Jahre alt aber stand wie ne Eins. Morgen werden Martin und ich die Leute auch wieder aufmischen.

Monday, September 18, 2006

Ein Nachtrag noch zum Wochenende. Grade für Partys ist es schon unheimlich praktisch, wenn man am Kühlschrank einen Hebel hat mit dem man Eiswürfel quasi zapfen kann. Allerdings hätte ich nicht gedacht, dass meine Mitbewohner tatsächlich so faul sind, dass sie Pappbecher anstelle von Tassen und Gläser im Alltag benutzen um nicht spülen zu müssen. Wobei, damit sparen sie ja schon auch Wasser...

Sonntag war ich mit Martin in ein paar Malls und San Joses "Fußgängerzone". Ich musste zum Leidwesen meines Bankkontos allerdings feststellen, dass einiges was ich normalerweise als Nahrungsmittel zu mir nehme hier unter die Kategorie Feinkost fällt. Dafür habe ich wenigstens "german bred" gefunden. Ich kann also entwarnen, meine Nahrungsversorgung ist gesichert.

Die "Fußgängerzone" Santana Road ist übrigens ziemlich einladend gemütlich. Hier kann man sich schön in Ruhe auf ein Käffchen hinsetzen und der Musik lauschen, die von Livebands gemacht wird lauschen. Dienstag abends ist dort immer Jazzsession habe ich gesehen. Morgen gehe ich aber erst mal Fußball spielen. Mal schaun was die hier so drauf haben.
Nach dem internetfreien Wochenende jetzt mal wieder was neues aus Californien:

Erstes Wochenende, erste Party. Womit sich zum ersten mal zeigen konnte, dass das Haus extrem gut zum feiern geeignet ist, dass die Amis sehr offen sind neue Leute, also mich, kennen zu lernen und nicht die Spur mit dem in Aachen vorherschenden Kicker-Standard mithalten können.

Mit anderen Worten es war ein super Abend. Wer die Instrumente spiel weiß ich jetzt auch. Jason mein Zimmernachbar hat wohl Musik und irgendwie so musical technical engeneering gelernt, was weiß ich, jedenfalls hat er in Paolo Alto die Möglichkeit jederzeit in ein Studio rein zu kommen und jammt dort gelegentlich mit Leuten. Wir haben aus gemacht, sobald ich ein Instrument auftreiben kann bin ich dabei.

Dem Ziel, surfender Musiker zu werden bin ich an diesem abend nicht nur mit Jason näher gekommen, denn von Sean, der in Santa Cruz wohnt, dem Surferparadis, dass von San Jose etwa 40 Autominuten entfernt ist, hat mir angboten mir
surfen beizubringen. Er meinte er hätte noch ein zweites Board und nen Neoprenanzug und da er sowieso jeden Tag auf's Wasser geht, könne er mir das nebenbei auch grad erklären, wie das so geht...

Thursday, September 14, 2006

So da isser. Der erste Eintrag original aus Kalifornien. Bin am Dienstag Nacht mit eineinhalb Stunden Verspätung angekommen und hatte jetzt nachdem mir erst mal alles gezeigt wurde erstmals die Gelegenheit meinen Arbeitscomputer dazu zu nutzen die Bilder hochzuladen und etwas zu schreiben.

Und los geht es mit dem ersten erzählenswerten Erlebnis schon im Flieger über den großen Teich (siehe unten).

Und zwar wollte ich von einer netten Stewardess wissen, ob man das Handy zum Musik hören nach dem Start wieder einschalten darf. Worauf diese fast ausflippte vor Freude mir helfen dürfen. Ebenso erging es mir Supermarkt in dem ich gestern morgen einkaufen war. Ich schaute mich so ein wenig, um da spricht doch tatsächlich eine Verkäuferin an: "Hello, so nice to meet you, how are you? How can I help you?" Ein ganz schöner Schock. Das ist man als deutscher von Verkäufern ja nicht gerade gewohnt. Und wie die es schaffen einen Satz so merkwürdig zu betonen ist mir ein Rätsel. Naja ich hab dann dankend abgelehnt. Das Steakthermometer hatte ich schließlich schon gefunden. Außerdem musste ich mich sowieso beeilen rauszukommen weil es in dem Laden so verdammt fies kalt war. Das nächste mal nehme ich mir was warmes mit, wenn ich beabsichtige irgendwo in ein Haus zu gehen.

Aprospos Haus. Hier mal ein Bild von dem Haus in dem ich jetzt wohne.

Sieben Leute wohnen darin. Die beiden, die das Haus gemieten haben wohnen im Masterbedrooom, hier vorne über der Garage. Vier weitere wohnen zur Untermiete in kleineren Zimmern, eines davon unten (im Bild hinten rechts), die anderen im oberen Stockwerk nach hinten raus. Der Siebte wohnt in der Garage. Und nein, der Unterschied ist nicht so groß, da in Californien die Häuser eh alle aus Holz sind und man deshalb sowie so nicht richtig heizen kann. Also einfach Teppich rein und feddisch.
Dann gibts in dem Haus ein riesiges Wohnzimmer und eine große Wohnküche (siehe unten).

Wenn man aus dem Küchenfenster schaut, sieht man den kleinen Garten mit dem Pool, der diesen fast vollständig ausfüllt und einer Ecke zum Grillen. Das nenn ich mal Partylocation. Also die nächste Salsaparty kann steigen.

Und für Musik ist auch gesorgt. Im Wohnzimmer steht ein Schalgzeug und ein Bass rum. - Ein Kicker übrigens auch (mit drei Tohütern *kopfschüttel*) - Ich hab zwar noch nicht rausgefunden, wer aus der WG, die Instrumente beherrscht, aber das werde ich schon noch herausfinden. Verpasst habe ich übrigens knapp Dave Weckl und Lee Ritenour die im August in San Jose für schlappe 20$ aufgetreten sind. Das lässt hoffen. Mein MP3-CD-Player funktioniert übrigens leider nicht, wegen der zu geringen Spannung, aber ich kann hier zum Glück auch einfach einkaufen gehen, wenn ich gute Musik hören will, denn was dort im Hintergrund läuft trifft meinen Geschmack total. Vielleicht hatten einige Leute doch recht die meine Musik immer als Fahrstuhlmusik deklariert haben.